Die Münchweirer Auswanderer -

Die Münchweirer Auswanderer -

Nach Amerika.

Der letzte napoleonische Krieg im Jahre 1815 auf der rechten Rheinseite forderte viele Opfer in unserer Gegend. Denn der Krieg hatte gerade sein Ende gefunden und das Land wurde von Missernten 1814 und 1815 geplagt. Der Hunger trieb die Bevölkerung zum Auswandern in das verheißungsvolle Land Amerika. Denn schon das nachfolgende Jahr 1816 war das Jahr der Sintfluten. Ein nass kalter Sommer der fast hundert Tage Regen brachte, lies das Korn auf den Feldern verfaulen. Im August kam schon der Frost und der Rhein brachte sein schlimmstes Hochwasser seit Menschengedenken. Was noch zu retten war zerstörte auch noch der Hagel und man stand im Herbst mit leeren Händen da. Das Hungerjahr trieb tausende von Menschen aus unserer badischen Heimat in ferne Länder.

Angesichts dieser großen Not verließen viele Münchweirer die Heimat und zogen in die unbekannte Welt hinaus bis nach Brasilien. Ein Geschlecht der Burger errichtete dort 1819 eine kleine Farm und betrieb Viehzucht.

Amerika war das Land, welches mit Einwandererprämien lockte zur kostenlosen Überfahrt. Und so blieb Amerika der einzige Ausweg, um ein neues Leben zu beginnen.

Im Wochenblatt für Offenburg und Lahr erschien im Frühjahr 1817 eine Liquidation-Ausschreibung zur kostenlosen Überfahrt nach Amerika. Vielen gelang das Wagnis, allerdings unter unsäglichen Leiden und Gefahren. Viele starben an Hunger und Krankheit schon bei der Überfahrt. Noch an Bord wurden die Einwanderer untersucht, wer erkrankt war, meist an Tuberkulose wurde postwendend zurück geschickt, was die meisten nicht überlebten. Wer tatsächlich ankam im gelobten Land musste zuerst in Quarantäne und sich einer gründlichen gesundheitlichen Untersuchung unterziehen. War dies alles überstanden, konnte der Aufbruch in ein neues Leben beginnen. Man schloss sich  einem  Truck an, der nach Oregon führte.

Die Deutsche Auswanderer-Datenbank beruht auf den Passagierlisten der Auswandererschiffe. Die Passagierlisten mussten den Einwanderungsbehörden vorgelegt werden. Ab 1820 sind in den National Archives in New York/USA die Passagierlisten  weitgehend  vorhanden.

http://www.deutsche-auswanderer-datenbank.de/index.php?id=438

Im Jahre 1920 fand man die Ursache des Katastrohenjahres von 1815. Der Vulkan Tambora auf der Insel Bali war im April 1815 mit gewaltiger Wucht ausgebrochen. Die Staubteilchen wurden rund um die Erde verteilt und verursachten im Jahr darauf den Schneesommer. Die Abkühlung des Weltklimas war noch bis 1819 zu spüren. Die Folge dieser Klimakatastrophe waren fürchterliche Missernten. Diese brachten vor allem für die Armen schrecklichen Hunger und Not. Bereits im Sommer 1816 wurde der Bevölkerung Behördlich empfohlen Wurzeln zu essen. Angesichts dieser Not verließen viele Menschen hoffnungslos ihre badische Heimat und zogen in eine unbekannte Welt hinaus.

 



Gratis Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!